Gut erkannt und gut behandelt

Schulsanitätswettbewerb 2018

RAVENSBURG – Eine junge Frau kauert auf dem Boden. Sie blutet stark an ihrer Stirn. Die Ursache: eine Kollision mit einer anderen Schülerin. Glücklicherweise war der Schulunfall beim Basketballspiel nur inszeniert für den Schulsanitätswettbewerb. Drei Schulen aus dem Einzugsgebiet der DRK-Kreisverbände Ravensburg und Wangen nahmen am vergangenen Freitag beim Wettbewerb im Gymnasium St. Konrad in Ravensburg teil, deren Schüler auch den Henry-Dunant-Pokal gewannen.

„Wie heißt du?“ Ruhig reden die jungen Sanitäterinnen mit dem Unfallopfer. Sie fragen die Schülerin, ob sie friert und wo sie Schmerzen hat. So stellen sie Vertrauen her, entschärfen die Stresssituation und finden gleichzeitig Näheres über die Verletzung heraus. Der Krankenwagen ist gerufen. Bis zu seinem Eintreffen müssen die Helferinnen die Verletzte betreuen und entsprechend lagern. Nebenan wird die zweite Verletzte von einem anderen Team versorgt. Vermutlich hat sie ihr Knöchel gebrochen. Für solche Einsätze müssen die Ersthelfer eine ganze Palette von Kompetenzen mitbringen: Sie müssen die Verletzung einschätzen und versorgen können. In Situationen, die von Natur aus hektisch sind, müssen sie Ruhe und Besonnenheit bewahren und den Opfern Sicherheit vermitteln. Manchmal müssen sie auch Situationen entschärfen können, etwa wenn es nach einem Unfall zu verbalen Anschuldigungen kommt. Die jungen Sanitäter sind zwischen 14 und 16 Jahre alt.

Schulunfälle sind Tagesordnung

Allein in Baden-Württemberg gab es 2016 laut Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 147.893 meldepflichtige Schulunfälle. In diese Erhebung fallen Kindertagesstätten ebenso wie allgemeinbildende Schulen und Hochschulen. Für die Erstversorgung sorgt dann der jeweilige Schulsanitätsdienst. Die zuständige Lehrkraft übernimmt die Aus- und Fortbildung der Schüler. Das Deutsche Rote Kreuz berät und unterstützt die Kooperationslehrer.

Vorzügliche Arbeit

Beim Wettbewerb attestierte Schiedsrichterin Selina Gsell vom Kreisverband Wangen den Schülerinnen: „Die Betreuung fand ich richtig gut.“ Auch Schiedsrichter Josef Sonntag vom Kreisverband Ravensburg bestätigte vorzügliche Arbeit. Speziell hob er die funktionierende Zusammenarbeit des Teams hervor. Der schnell gerufene Rettungsdienst hätte die Verletzte bestens versorgt übernehmen können.

Lernen aus Kritik

An vier Stationen stellten die Teilnehmer ihr Können unter Beweis, von der Wundversorgung bis hin zur Wiederbelebung bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Zum Feedback gehörten viel lobende Worte, aber auch kritische Töne. So gab Schiedsrichter Uwe Streubel vom DRK-Kreisverband Ravensburg einer Gruppe von Schülern mit auf den Weg, ihre Kommunikation an die kritischen Situationen anzupassen. Hierbei müsse vertrauensvoll, ruhig und in angemessener Sprache auf Verletzte eingegangen werden. „Versetzt euch in die Person, die am Boden liegt“, lautete sein Ratschlag.

Entscheidung fällt schwer

Markus Friedel, Leiter für Ausbildung beim DRK-Kreisverband Ravensburg ließ bei der Ehrung wissen, dass es den Schiedsrichtern nicht leicht fiel, zu entscheiden, wer den Henry-Dunant-Wanderpokal erhalten soll. Am Ende machte der Schulsanitätsdienst vom Gymnasium St. Konrad das Rennen, gefolgt vom Rupert-Neß-Gymnasium Wangen und der Eichwaldschule Aichstetten. Preisverdächtig waren aber auch die Mimen, die die Verletzten spielten. Sie werden im Jugendrotkreuz für solche Einsätze geschult.

Presseinformation des DRK-Kreisverbands Ravensburg e. V.

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