Gesundheitstipps für den Winter

Wie übersteht man den Winter ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen?

Foto: Alfred Mühlegg.

Derzeit zeigt der Winter sein milderes Gesicht. Doch im mittleren Schussental kann es in den nächsten Wochen wieder plötzlich eisig werden. Lehrrettungsassistent Stefan Nest, ehrenamtlicher Mitarbeiter des DRK-Ortsvereins Ravensburg, gibt Tipps für das Verhalten bei frostigen Temperaturen. Neben Spaziergängern und Wintersportlern sollten auch die Besucher der Fasnetsumzüge diese Tipps beherzigen.
1. „Ziehen Sie sich warm an!“ Tragen Sie mehrere Kleidungsschichten übereinander („Zwiebellook“), wobei die äußerste Schicht möglichst winddicht sein sollte. Eine Mütze schützt den Kopf und damit den ganzen Körper vor Kälte, da der Mensch über den Kopf sehr viel Wärme verliert. Wer bei Umzügen seiner Mütze nicht nachrennen will, kann sich auch mit einer Anorak-Kapuze behelfen. Fausthandschuhe sind vielleicht nicht modisch, wärmen aber besser als Fingerhandschuhe. Der Hals-Nackenbereich sowie die empfindliche Nase und die Wangen werden durch einen Schal vor der Kälte geschützt. Wer Anhänger des Flanking (Hosen hochgekrempelt und Verzicht auf Socken) ist, kennt nicht das wohlige Gefühl von wärmenden Socken oder Strümpfen und winterlichem Schuhwerk. Es stellt sich die Frage, ob jeder Modetrend mitgemacht werden muss und als Preis dafür das Immunsystem geschwächt wird und eventuell Blasenentzündungen zu befürchten sind. Bei einem geschwächten Immunsystem haben die Grippe-Erreger leichtes Spiel.
2. „Achten Sie auf Unterkühlung!“ Wenn Sie bei Mitmenschen Zittern, blasse Haut und blaue Lippen erkennen, sind dies Zeichen einer Unterkühlung, die über den Blutkreislauf zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann. Wenn dann noch bei Fasnetsveranstaltungen die Betroffenen übermäßig Alkohol zu sich genommen haben, potenziert sich die Gefahr. Die betroffene Person sollte in einen normal warmen Raum gebracht werden – auf keinen Fall die Heizung bis zum Anschlag aufdrehen – und nasse oder kalte Kleidung entfernt werden. Möglichst ohne große Bewegung oder gar Massage sollte die unterkühlte Person in Decken gehüllt werden. Warme gezuckerte Getränke ohne Alkohol und Koffein helfen bei der Erwärmung. Sollte sich der Zustand nicht bessern, ist die Rettungsleitstelle über 112 zu alarmieren.
Bei sportlichen Aktivitäten in frostiger Umgebung empfiehlt es sich, eine Rettungsfolie („Gold-Silber-Folie“) mitzuführen. Die Folie, die auch im Kfz-Verbandskasten enthalten sein muss, ist nicht größer als eine Postkarte, kostet ungefähr einen Euro und schützt betroffene Personen optimal vor Kälte, die nach einer Verletzung oder einem Kreislaufproblem in ihrer Bewegung eingeschränkt sind.
3. „Bleiben Sie nicht zu lange im Freien!“ Bei starker Kälte sollte man an die Gefahr der Erfrierung denken. Wenig gut durchblutete Körperstellen wie Nase, Ohren, Fingerspitzen oder Zehen können mit Schmerzen reagieren. Wenn die Haut weiß, gelblich oder grau wird, ist dies das Zeichen einer Erfrierung. Beengende Kleidungsstücke sollten gelockert wer-den, die betroffene Körperstelle vorsichtig erwärmt und keinesfalls massiert werden. Dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn kein Durstgefühl vorhanden ist, ist ausreichende warme Flüssigkeitszufuhr auch bei Kälte wichtig.

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