Verhalten bei Gewittern

Foto: Raphael Reischuk / pixelio.de

DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin vom Deutschen Roten Kreuz gab am 7. Juli 2015 in einer Pressemitteilung des Generalsekretariats wertvolle Hinweise für das Verhalten bei Gewittern (teilweise gekürzt).
Tipp 1: Der beste Schutz: Häuser mit Blitzableiter und Autos
Zieht ein Gewitter auf, ist man in einem Gebäude mit Blitzableiter am sichersten. Autos und Wohnmobil bieten den gleichen Schutz wie ein Haus, denn ihre metallische Konstruktion wirkt wie ein Faradayscher Käfig und leitet eventuell einschlagende Blitze ab. Wichtig ist es dabei, die Fenster zu schließen.
Tipp 2: Im Freien: Machen Sie sich klein!
Wird man unterwegs vom Gewitter überrascht, gilt die Faustregel: Nicht der höchste Punkt in der Umgebung sein. Machen Sie sich so klein wie möglich. Mit eng zusammen stehenden Füßen und das Gewicht auf die Fußballen verlagernd in die Hocke gehen und mit den Armen die Knie umschlingen, wenn möglich in einer Bodenmulde. Lehnen Sie sich nirgendwo an. Auch in Schutz bietenden Gebäuden, wie Scheunen, Holz- oder Steinhütten sollte man sich in der Mitte des Gebäudes aufhalten und in die Hockestellung gehen. Radler und Reiter sollten absitzen und einen blitzgeschützten Ort aufsuchen. Meiden Sie Bergspitzen und Aussichtstürme. Auch einzelne Bäume (Ammenmärchen: Buchen sollst du suchen) oder Baumgruppen aufzusuchen, ist gefährlich. Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohen Bäumen sind Sie einigermaßen sicher, nicht jedoch vor Windbruch. Der Waldrand oder besonders hohe Bäume sollten aber immer gemieden werden.
Tipp 3: Wasser, weite Ebenen und Metall sind gefährlich
Schon beim ersten Donnergrollen heißt es, raus aus dem Wasser. Der Kopf bildet im Wasser den höchsten Punkt im Umkreis und ist ein sehr wahrscheinliches Ziel für den Blitz. Wasser leitet die Energie des Blitzes. Gleiches gilt für Metall: Radfahrer sollten absteigen und sich ein paar Meter vom Rad entfernen. Legen Sie Regenschirme und Wanderstöcke in sichere Entfernung. Meiden Sie Masten, Antennen oder Metallzäune. Auch wer nicht direkt vom Blitz getroffen wird, kann verletzt oder getötet werden. Dort wo der Blitz einschlägt, verteilt sich die elektrische Energie kreisförmig und im Erdreich und kann auch im Umkreis Schaden anrichten.
Tipp 4: Schnelle Hilfe rettet Leben – keine Gefahr für den Helfer!
Im Gegensatz zu anderen Elektrounfällen besteht unmittelbar nach dem Blitzschlag keine Gefahr für den Helfer. Bei einem bewusstlosen Blitzopfer kann man nichts falsch machen: Wenn die bewusstlose Person nicht mehr atmet beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung: Drücken Sie 30 Mal mit dem Handballen das Brustbein ca. 5–6 cm tief ein, und zwar mit einer Frequenz von 100 bis 120 Mal pro Minute. Es folgen 2 Atemspenden im Wechsel. Erhält ein Blitzopfer in den ersten fünf Minuten nach dem Einschlag Hilfe, haben die Wiederbelebungsmaßnahmen in mehr als 80 Prozent Erfolg. Doch die Folgen eines Blitzschlags auf den Körper sind sehr verschieden. Nach der Wiederbelebung müssen unter Umständen auch Knochenbrüche oder Verletzungen nach Stürzen versorgt werden.
Die richtigen Maßnahmen bei bewusstlosen Personen oder Betroffenen mit Atem- oder Kreislaufstillstand erlernen Sie in den Erste-Hilfe-Kursen des DRK-Kreisverbands Ravensburg.

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