DRK Ravensburg bei Katastrophenschutzübung

Registrierungs-Armbänder

Evakuierung der Gemeinde Roßberg mit den Teilorten Poppenhaus, Gaishaus und Engetweiler. So lautet der Auftrag, den die Einsatzleitung des DRK am Dienstag, den 16. September 2014, gegen 18.30 Uhr von der Integrierten Leitstelle (ILS) Oberschwaben erhält. Was ist geschehen? Ein Lokführer hat auf der Bahnstrecke bei Wolfegg eine Leckage am Kesselwagen entdeckt. Ein Gefahrgutunfall mit Ammoniaklösung, der die örtlichen Einsatzkräfte entscheiden lässt – es muss evakuiert werden!
Unter dem Titel „Netzwerk 2014“ sind beide Szenarien Teile der Katastrophenschutz-Vollübung des Landkreises Ravensburg. Der Fokus liegt auf der interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Nur eine Übung?
Die Helfer kommen dennoch ins Schwitzen. Eine starke Truppe von 72 Rotkreuzlern aus den Bereitschaften des DRK-Kreisverbands Ravensburg packt zusammen an! In Roßberg wird eine Sammelstelle eingerichtet. Vor Ort koordiniert Abschnittsleiter Tobias Nestle (DRK Ravensburg) mit Kollegen der Polizei die Evakuierung der betroffenen Ortschaften. Jede evakuierte Person bekommt ein bedrucktes und nummeriertes Armband angelegt und wird in eine Erfassungsliste eingetragen. Der Abschnittsleiter ist im ständigen Kontakt zur Einsatzleitung in Bergatreute. Dort wird die Gemeindehalle gerade in eine Notunterkunft umfunktioniert. Markus Heinz vom DRK Aulendorf und Rainer Dannemann vom DRK Ravensburg weisen ihre 38 Helfer ein, was zu tun ist: Feldbetten werden aufgebaut, ein Sanitätsraum eingerichtet, Speisesaal und Essensausgabe organisiert. Sogar eine Spieleecke findet man im Aufenthaltsbereich. Bei Matthias Lang (stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter DRK Ravensburg) und Christoph Sitta (DRK Ravensburg) laufen die Fäden zusammen. Vor der Halle haben sie die Einsatzleitung eingerichtet: Kartenausschnitte zeigen Roßberg mit Teilorten. Immer neue Zwischenzahlen über Evakuierte treffen ein; selten stehen Telefon oder Funk still. Sie geben die Informationen an den Führungsstab im Landratsamt Ravensburg weiter. Am Ende haben die Helfer 51 Betroffene von der Sammelstelle in die Notunterkunft transportiert und dort insgesamt 66 Evakuierte versorgt bzw. betreut. Unter anderem mit einem Team aus 6 Helfern der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Alle, Evakuierte wie auch Helfer, kommen in den Genuss der Kochkünste des DRK Weingarten! Danke dafür auch an dieser Stelle!
Nach fünf Stunden neigt sich dieser gewöhnliche Wochentag auch für die Helfer des DRK dem Ende entgegen. 72 Helferinnen und Helfer, die übrigens das ganze Jahr den Menschen im Landkreis Ravensburg bei kleineren und größeren Katastrophen zur Seite stehen – ehrenamtlich.
Der DRK-Kreisverband Ravensburg ist die größte Hilfsorganisation im Landkreis Ravensburg. Im Ernstfall stellt das Rote Kreuz zwei Einsatzeinheiten im Katastrophenschutz des Landkreises. In den Schnelleinsatzgruppen (SEG) engagieren sich 107 Freiwillige, in den Helfer-vor-Ort-Gruppen (HvO) stehen weitere 209 weibliche und männliche Einsatzkräfte aller Qualifikationen zur Verfügung.

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