Rutenfest-Nachlese des DRK-Ortsvereins

Nur wenige Ravensburger können sich an ein solch verregnetes Rutenfest wie in diesem Jahr erinnern. Positiv an diesem Wetter war lediglich der Rückgang von kranken und verletzten Festbesuchern. Als am Montag „Petrus“ endlich ein Einsehen mit den Ravensburgern hatte, stieg auch die Zahl der Festgäste, die Hilfe bedurften.
Während des Festzugs war bei 11 Personen Hilfe durch Sanitäter oder Notärzte erforderlich. Insgesamt gab es am Freitag 1 Betroffenen, am Samstag 50 Betroffene beim Frohen Auftakt und auf der Kuppelnau, am Sonntag 15 hilfsbedürftige Personen, am Montag rund 50 Betroffene, die in der Kuppelnauwache oder der mobilen Wache um Hilfe nachsuchten, ebenso am Dienstag. Beim Rutenvergraben an der Veitsburg gab es 2 hilfsbedürftige Personen. 41 Personen mussten mit Krankenwagen oder Rettungswagen in die Notfallaufnahme der OSK transportiert werden.
Nicht mit eingerechnet sind zahlreiche Besucher, welche Pflaster wegen aufgeriebener Blasen oder kleiner Schnittwunden benötigten. Viele Mütter waren dankbar, auf der Kuppelnauwache einen ruhigen Platz zum Stillen vorzufinden, natürlich auch, um ihre Kinder zu wickeln – wobei immer mehr Väter die Aufgabe des Wickelns übernehmen. Unverständlicherweise gab es wieder einige Kinder, die von ihren Eltern teilweise bis zu 4 Stunden „vergessen“ wurden. Dabei bietet das DRK die Möglichkeit, den Kindern Armbänder anzulegen, auf denen die Handy-Nummer der Eltern eingetragen wird.
Es stellt sich die Frage, ob man mit Festbesuchern Mitleid haben muss, die versuchen, in den „Bärengarten“ zu klettern und mit beiden Füßen hängen bleiben oder die sich durch den Sprung über einen Zaun Schnittverletzungen zuziehen oder Jugendliche, die nach Benutzung eines ganz bestimmten Fahrgeschäftes an Schwindelgefühl und Übelkeit leiden oder mit der Hand gegen einen Maßkrug schlagen und sich dabei über Prellungen beklagen. Für die Sanitäter des Roten Kreuzes sind alle Betroffenen hilfsbedürftig und werden nach bestem Wissen ohne Voreingenommenheit versorgt, sofern sie nicht gegen das ehrenamtliche Personal aggressiv werden. Ein paar Mal durften solche undankbare „Gäste“ nach der Versorgung die Nacht bei der Polizei verbringen.
In über 200 Diensten wie Standwachen, Festzugsbegleitung, Beleuchtungsaufbau, Fahrzeugbesetzung, Fahrradstaffeln, Motorradeinsatz, Wachendiensten von Freitag bis zum darauf folgenden Rutenvergraben am Samstag leisten die Ehrenamtlichen des DRK Ravensburg einschließlich der Bergwacht Ravensburg und Helfern der umliegenden Bereitschaften (einschließlich Weingarten) weit über 1200 Stunden und sorgen als Partner der Rutenfestkommission für eine qualifizierte Absicherung des Rutenfestes, die bei Vergabe an eine Firma nicht mehr bezahlbar wäre.

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